• Unsere Markteinschätzung – jeden Freitag neu

    Märkte im Überblick

    Video börsen-update ansehen

Wochenausblick auf die Märkte – 20.09.2019

  • Einkaufsmanagerindizes im Fokus
  • Wie weit hat sich der Dienstleistungssektor verschlechtert
  • Ifo-Index noch im freien Fall?

Das ganze Jahr über beschäftigte die globale Wachstumsabschwächung die Kapitalmärkte. Besonders betroffen war, wegen der rückläufigen Nachfrage aus China, der Euroraum und darunter wegen seiner Exportlastigkeit vor allem Deutschland. Deshalb warten die Marktteilnehmer auf Anzeichen einer Trendwende. Bis Juli gingen die Frühindikatoren weiter, meist stärker als erwartet, zurück. Im August stiegen sie – bis auf ein paar Ausnahmen wie der Ifo-Index – überwiegend leicht an. Es wird deshalb mit Spannung auf die Meldung der Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe für September im Euroraum am Montag gewartet. Sie werden Auskunft darüber geben, ob die Rezession in der Industrie inzwischen ihren Tiefpunkt durchschritten hat und ob sich der Dienstleistungssektor weiterhin von der Schwäche der Industrie abkoppeln kann.

Mit einer raschen Trendwende rechnet wohl niemand, allerdings hofft man doch auf eine allmähliche Stabilisierung bei den Einkaufsmanagerindizes des verarbeitenden Gewerbes. Dagegen dürfte sich die Stimmung im Dienstleistungssektor, der aktuell wichtigsten Stütze der Konjunktur, wohl verschlechtert haben. Es mehren sich nämlich Anzeichen, dass die Rezession in der Industrie auch bei den Dienstleistern Spuren hinterlässt. Im Blickpunkt stehen nächste Woche auch die nationalen Stimmungsindikatoren in Deutschland und Frankreich (Ifo, INSEE) am Dienstag.

In den USA ist der unterliegende Inflationsdruck im Sommer angestiegen. So stieg die Kernrate der Inflation im August auf 2,4%, den höchsten Stand seit 2008. Deshalb ist die Entwicklung des Deflators für die Konsumausgaben ohne Nahrung und Energie (Meldung Freitag) wichtig. Es ist der Maßstab für die Fed. Die Jahresrate liegt mit 1,6% noch vergleichsweise niedrig. Da die Fed allerdings auf die Abfederung der Wachstumsrisiken bedacht ist, dürfte sie ein Überschreiten der 2%-Marke bei der Kernrate tolerieren.

Anleihen
Die EZB und die Fed haben teilweise die Rentenmärkte enttäuscht. Aber nach dem Renditeanstieg seit Anfang September wartet man auf neue Impulse für die Notenbankpolitik. Deshalb könnten die Rentenmärkte vor allem auf die Frühindikatoren, aber auch auf die US-Daten wie Auftragseingänge langlebiger Güter und Kerninflation, reagieren.

Währungen
Für den US-Dollar ist es wichtig, welche Notenbank wie stark ihre Geldpolitik lockert. Der Widerstand gegen weitere Lockerungsmaßnahmen ist aber im EZB-Rat größer als unter den Fed-Notenbankern. Mittelfristig rechnen wir deshalb weiterhin mit einer Erholung des Euro.

Aktien
Die Konjunktur- und Stimmungsdaten sind weiterhin bestenfalls gemischt und bieten tendenziell noch Anlass zu einer vorsichtigen Positionierung. Auf der anderen Seite signalisiert aber die wieder expansivere Geldpolitik der großen Notenbanken, dass sich genau dieses verhaltene Makrobild bessern sollte. Weiteren Aufschluss darüber geben die Indikatoren der kommenden Woche, die entsprechend für Bewegung sorgen könnten. Ansonsten signalisiert die Technische Analyse eher überkaufte Märkte, so dass von dieser Seite eine Beruhigung eintreten sollte.

Rohstoffe
Der Ölpreis könnte nochmals anziehen. Auch wenn sich die saudische Produktion wieder schnell normalisieren sollte und die Verbraucherländer über hohe Reserven verfügen, ist es für ein Auspreisen der Risikoprämie noch zu früh.